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WM_Mont Saint Anne, 2019

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Foidl sendet „Lebenszeichen“
 
Max Foidl liefert an den Weltmeisterschaften in Mont Sainte Anne, Kanada, mit Rang 25 sein bestes Saison-Resultat ab. Auch bei seiner österreichischen Landsfrau Lisi Osl geht es aufwärts, sie wird 27. Auf der knüppelharten Strecke glänzt Fabio Püntener im U23-Rennen als 15.



„Endlich.“ Max Foidl atmet im Ziel tief durch und ist mit sich im Reinen. „Ich glaube, das war ein Lebenszeichen.“ Nach vielen Wochen, in denen es beim Österreicher holprig voran ging, kann er ausgerechnet beim Saisonhöhepunkt vor einer großen und stimmungsvollen Kulisse an der kanadischen Ostküste seine beste Leistung abrufen.
Das Glück, das man mit Startnummer 50 braucht, ist ihm an diesem Tag am Traditions-Ort Mont Sainte Anne hold. Einem Konkurrenten reißt am Start die Kette, aber Foidl kommt links dran vorbei. Deshalb ist er nach der ein Kilometer langen Startrunde schon 36.
Als sich dann der anfängliche Stau aufgelöst hat, bewegt sich Foidl gut auf seinem Rad. „Ich hatte geilen Druck auf dem Pedal und bin zu einer Gruppe nach vorne gefahren, die bis Rang 18 reichte“, erzählt Foidl.
„Im Anstieg wurde die dann auseinander gefahren und ich bin an Position 24 übrig geblieben. Dann ging es nur noch ums Halten und das hat fast geklappt.“
Irgendwann sei dann „der Ofen aus“ gewesen, ein Platz ging noch verloren, aber das konnte Foidl verschmerzen. Mit 4:50 Minuten Rückstand auf den alten und neuen Weltmeister Nino Schurter (1:27:05) wurde er 25. „Das ist genial, perfekt für eine WM“, bilanzierte Foidl erfreut.   
Silber und Bronze gingen an Mathias Flückiger (+0:30) und den Franzosen Stephane Tempier (+0:38).
 
Damen: Osl kann ihre Strategie umsetzen
So richtig gut los geht es für Lisi Osl nach dem Startschuss nicht. Von ihrer Startposition 48 kommt sie erst mal nicht weit nach vorne. „Die ersten zwei Runden waren von der Position her sicher nicht optimal“, meint sie, „aber ich habe Ruhe bewahrt.“
Als 36. geht sie in die dritte von sechs Runden. „Dann habe ich viele Leute eingeholt“, erzählt die Tirolerin und von den selbstkritischen Gesichtszügen der letzten Monate ist in diesen Augenblicken nichts zu sehen.
Osl liefert bei der WM ihre beste Saisonleistung ab und wird mit 10:32 Minuten Rückstand auf die neue Weltmeisterin Pauline Ferrand Prevot aus Frankreich (1:28:51 Stunden) 27. „Ich konnte umsetzen, was ich mir vorgenommen habe. Ich
gebe nicht auf“, meint sie noch und bevor sie von dannen zieht, umarmt sie noch Teamkollegin Ramona Forchini.
Die kann kein so erfreuliches Fazit ziehen. Rang 34 (+12:34) ist nicht das, was sie eigentlich kann. „Seit dem Virus von Les Gets ist es abwärts gegangen. Ich habe mich einfach nicht mehr richtig davon erholt“, erklärt Forchini. Da waren zu viele Rennen und keine Zeit, mal Ruhe zu geben.
„Ich kann einfach nicht an meine Grenze gehen“, sagt sie enttäuscht.
Noch schlechter ergeht es Sophie von Berswordt. Die Niederländerin hat eine so starke Saison hingelegt und ausgerechnet bei der WM macht ihr ein Trainingssturz einen Strich durch die Rechnung.
Am Dienstag ist sie, eigentlich vergleichsweise harmlos, im berüchtigten Streckenteil La Beatrice gestürzt und hat sich einen Bruch im Handgelenk, am Distal Radius-Knochen, zugezogen.
„Ich hatte Schmerzen und dazu schlechte Beine“, sagt Sophie von Berswordt. Wobei das zweite wohl mit dem ersteren auch zu tun hat. Das Handgelenk ist stark bandagiert, was natürlich am Lenker nicht besonders komfortabel ist.
So wird es bei ihrer ersten Elite-WM mit einer Runde Rückstand nur Platz 44.
Silber geht an Jolanda Neff (+0:43), Bronze holt Rebecca McConnell (+1:17).

U23: Fabio Püntener glänzt mit Rang 15
Fabio Püntener hatte allen Grund zum Strahlen. Er war Teil eines starken Schweizer Teams, Silber (Filippo Colombo) und Bronze (Vital Albin) holte und das am Ende fünf Fahrer unter besten 15 hatte.
Fabio Püntener landete auf diesem 15. Rang (+4:27), den man von ihm kaum erwarten konnte. „Unglaublich cool“, fand der diesen Auftritt.
Er selbst hatte aus der Schweizer Combo mit Startnummer 54 die schlechteste Ausgangsposition, doch er legte sich die richtige Strategie zurecht und setzte sie perfekt um.
Die erste Runde wollte er ruhig angehen „und keine Fehler machen“, so Püntener.
Vor allem die vielen technischen Passagen wollte er konzentriert bewältigen, um sich für die folgenden fünf Runden Sicherheit zu holen. „Das hat hervorragend geklappt und ich konnte die erste Runde mit Reserven, aber auf einem guten Zwischenrang beenden“, erzählt Püntener.
Konkret ist das Position 30. Von dort fährt er, wie an der EM, konstant und unaufgeregt Rang für Rang nach vorne und als er auf der Zielgeraden auf die Fotografen zufährt, ist es Platz 15.
„Ich habe das Rennen ohne Sturz und mit nur kleinen Fahrfehlern absolviert, das war aufgrund der Wetterbedingungen nicht selbstverständlich“, meint Püntener. Bis kurz vor dem Start hat es geregnet und die ohnehin schwierige Strecke ist noch mal komplizierter geworden. „Der Amerika-Aufenthalt hat somit super begonnen, nächste Woche geht’s schon weiter in Snowshoe“, meint er voller Vorfreude mit Blick auf das Weltcup-Finale.
Weltmeister wird der Rumäne Vlad Dascalu, 1:57 Minuten vor Filippo Colombo und 2:06 Minuten vor Vital Albin.

Juniorinnen:
Tamara Wiedmann war nach dem Rennen der Juniorinnen emotional erst mal angeknockt. Als 23. hatte sie das Ziel erreicht, 9:32 Minuten später als die Siegerin Jaqueline Schneebeli (1:05:03).
Sie sprach von „vielen Fehlern.“  Die sind auf diesem Kurs allerdings eine Größe, die man einkalkulieren muss. Kaum jemand kommt da ohne Wackler durch und noch weniger, wenn es in der Nacht zuvor geregnet hat, wie das am Donnerstag der Fall war.
„Hat schon gepasst“, meinte Wiedmann dann, während Teamchef Joe Broder versuchte das Ganze einzuordnen. „Du hast ja viel Talent, aber nach dieser Vorgeschichte konnte nicht mehr rauskommen“, sagte Broder zur Österreicherin.
Eine knappe Stunde später saß Wiedmann im Gras neben der Strecke, während das Rennen der Junioren lief. Da war ihre Welt schon wieder in andere Farben getaucht.
„Nein, ich habe mir auch nichts erwartet, deshalb kann ich auch nicht enttäuscht sein“, schüttelte sie den Kopf. „Man ist nach dem Rennen einfach noch so gefangen von seinen Gefühlen.“
Die Saison sei einfach nicht so gelaufen, wie sie sich das vorher gewünscht hatte. Vor allem gesundheitliche Probleme störten den Betriebsablauf, ein Umstand, den vor allem junge Sportler nur schwer akzeptieren können.